Die Projektgesellschaften, die die einzelnen Bauvorhaben halten, sind nach Unternehmensangaben ausdrücklich nicht Teil des Antrags. Eine Einordnung mit dem, was belegt ist – und dem, was offen bleibt.
Der Verfahrensstand
Die Pandion AG hat am 10. August 2026 beim Amtsgericht Köln als Insolvenzgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt und zugleich Eigenverwaltung beantragt. Entsprechende Anträge liegen für die PANDION Real Estate GmbH, die PANDION Vertriebsgesellschaft mbH, die PANDION Design GmbH, die PANDION Projektmanagement GmbH und die PANDION Engineering GmbH vor.
Nach Angaben des Fachdienstes JUVE hat das Gericht Prof. Dr. Torsten Martini von der Kanzlei Görg zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Wichtig für das Verständnis: Ein Antrag ist keine Eröffnung. In der Eigenverwaltung führt die Geschäftsleitung das Unternehmen unter Aufsicht eines Sachwalters weiter; über die Eröffnung des Verfahrens entscheidet das Gericht zu einem späteren Zeitpunkt.
Auslöser war nach Unternehmensangaben eine Zinszahlung auf die Unternehmensanleihe (ISIN DE000A289YC5, Volumen 45 Millionen Euro, Laufzeit bis 2028), die zum 5. August 2026 nicht fristgerecht geleistet werden konnte. Als Grund nennt das Unternehmen eine angespannte Liquiditätssituation und den Wegfall eines wesentlichen Finanzierungsbausteins. In der Mitteilung heißt es, mit der Eigenverwaltung verfolge Pandion das Ziel, „den Geschäftsbetrieb fortzuführen und die bereits eingeleitete Restrukturierung innerhalb eines geordneten rechtlichen Rahmens konsequent umzusetzen“.
Der belegte Stand auf einen Blick
• Antrag gestellt: 10. August 2026, Amtsgericht Köln
• Verfahrensart: Eigenverwaltung beantragt – Verfahren zum 31. 08. 2026 noch nicht eröffnet
• Betroffen: PANDION AG und fünf Tochtergesellschaften
• Nicht betroffen (laut Unternehmen): die Projektgesellschaften der einzelnen Bauvorhaben
• Auslöser: ausgefallene Zinszahlung auf die Anleihe DE000A289YC5 zum 5. August 2026
Was nach Unternehmensangaben nicht betroffen ist
Die Projektgesellschaften, in denen die konkreten Bauvorhaben liegen, sind nach Darstellung des Unternehmens nicht Gegenstand der Insolvenzanträge. Begonnene und weitgehend finanzierte Vorhaben sollen fortgeführt werden. Für die Beschäftigten sind Löhne und Gehälter über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für August bis Oktober 2026 abgesichert.
Diese Angaben stammen vom Unternehmen selbst. Sie sind der derzeitige Kenntnisstand, keine unabhängig geprüfte Aussage über den Ausgang.
Die Kölner Projekte
Pandion wurde 2002 von Reinhold Knodel gegründet und hat seinen Sitz in Köln. Im Portfolio auf der Unternehmenswebsite stehen 19 Vorhaben in Köln und Bonn. Drei davon führt Pandion in Köln unter dem Status „Aktuell“:
| Projekt | Lage | Vorhaben laut Pandion | Fertigstellung |
|---|---|---|---|
| MAX BECKER-AREAL | Ehrenfeld | Stadtquartier auf rund 17,5 Hektar, 300.000 m² Bruttogrundfläche, rund 1.700 Wohnungen, bis zu 4.000 Büro-Arbeitsplätze | 2040 |
| PANDION COSY | Braunsfeld, Alsdorfer Straße | rund 230 Wohnungen, davon 164 Eigentumswohnungen, dazu sozialer Wohnungsbau und eine Kita auf 16.000 m² Grundstück | 2026 |
| OFFICEHOME Spark | Altstadt-Nord, Ecke Altenberger Straße/Domstraße | Gewerbeimmobilie mit rund 11.000 m² Bruttogrundfläche | 2028/2029 |
PANDION COSY ist derzeit das einzige Kölner Vorhaben, das auf der Website unter den Wohnungsangeboten zum Kauf geführt wird. In Bonn steht PANDION PRINZZ in Bad Godesberg ebenfalls auf „Aktuell“.
Als abgeschlossen führt Pandion in Köln unter anderem Pandion Vista im Kranhaus Nord und Siebengebirge im Rheinauhafen, Neun Freunde, Fünf Freunde und Piushof in Ehrenfeld, Klostergärten und Klosterhöfe in Junkersdorf, Balance in der Altstadt-Nord, Belvedere in Müngersdorf und Fine in Nippes. Bundesweit nennt das Unternehmen Projekte mit rund 3.800 Wohneinheiten und etwa 200.000 Quadratmetern Bürofläche.
Zur Einordnung dieser Liste: Sie gibt den Stand der Unternehmenswebsite vom 31. August 2026 wieder und sagt nichts darüber, wie sich einzelne Vorhaben nach dem Insolvenzantrag entwickeln. Die Projektgesellschaften, in denen die Bauvorhaben liegen, sind nach Unternehmensangaben nicht Teil der Anträge.
Was offen ist
Offen sind zum Redaktionsschluss am 31. August 2026: ob und wann das Gericht das Verfahren eröffnet, wie sich einzelne Bauvorhaben und Kaufverträge weiterentwickeln und wie die Anleihegläubiger gestellt werden. Auf der eigenen Website des Unternehmens war zum Redaktionsschluss keine Mitteilung zum Antrag veröffentlicht; die dortige Nachrichtenübersicht endete im Mai 2026.
Was das für Eigentümer bedeutet
Für den Wert einer bestehenden Wohnung oder eines bestehenden Hauses in Köln folgt aus diesem Verfahren zunächst nichts. Bestandsimmobilien sind von der Lage eines Projektentwicklers nicht unmittelbar betroffen, und ein einzelner Fall ist keine Aussage über den Markt.
Zwei mittelbare Punkte sind für Verkäufer dennoch relevant. Erstens: Wenn geplante Neubauvorhaben sich verzögern, trifft das die Angebotsseite von morgen, nicht die von heute – und Bestandsobjekte stehen dann tendenziell weniger neuem Wettbewerb gegenüber. Zweitens: Der genannte Auslöser, eine weggefallene Finanzierung, verweist auf ein Umfeld, in dem Projektfinanzierungen weiterhin schwierig sind.
Ausblick
Der nächste belastbare Schritt ist die Entscheidung des Amtsgerichts Köln über die Eröffnung des Verfahrens. Bis dahin bleibt es beim Antragsstadium.
Quellen
- immobilienmanager, „Pandion beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung“, veröffentlicht 10. 08. 2026, abgerufen 31. 08. 2026 – immobilienmanager.de
- JUVE, „Pandion geht mit Buchalik Brömmekamp und Görg in die Eigenverwaltung“, veröffentlicht 26. 08. 2026, abgerufen 31. 08. 2026 – juve.de
- Anleihen Finder, „INSOLVENZ – PANDION AG stellt Insolvenzantrag“, veröffentlicht 10. 08. 2026, abgerufen 31. 08. 2026 – anleihen-finder.de
- PANDION AG, Unternehmenswebsite – Portfolio, Projektseiten (MAX BECKER-AREAL, PANDION COSY, OFFICEHOME Spark), Wohnungsangebote und Newsroom-Stand, abgerufen 31. 08. 2026 – pandion.de/ag/portfolio/
- Amtliche Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Insolvenzgerichte – insolvenzbekanntmachungen.de